Definition Psychophysiognomik

mecome-Fotoauswahl-(350)

Sog. Antlitzdiagnose bzw. Gesichtsausdruckskunde

 

Der Begriff kommt aus dem Griechischen (zusammengesetzt aus 3 Wortbestandteilen: „Psyche“ = Seele, „Physis“ = Körper und „Gnoma“ = Kennzeichen/Kenntnis bzw. „Gnomon“ = Kenner/Beurteiler)

 

Carl Huter (1861-1912) schuf den Grundstein der heutigen Analyseverfahren und machte die Psychophysiognomik damit der breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Bei diesem von ihm beschriebenen und seitdem weiterentwickelten (u. a. durch Wilma Castrian) System, das die Biologie und Psychologie mit den jeweiligen Körperformen und der dazugehörenden Ausstrahlung verbindet, handelt es sich also um eine Körper-, Gesichts- und Seelensprache.

 

Die Psychophysiognomik erklärt wertfrei, dass sich das Innere eines Menschen in seinem Äußeren offenbart. Alles, was den Charakter eines Menschen prägt und ihn in seiner Persönlichkeit ausmacht, wird auch nach außen sichtbar.

Aus dem äußeren Erscheinungsbild eines Menschen lassen sich demgemäß Rückschlüsse auf seine Charaktermerkmale, seine Fähigkeiten, Anlagen und Talente, sein Temperament sowie sein Verhalten (Aktionen und Reaktionen) und seine Lebenserfahrungen ziehen.

Die Psychophysiognomik findet ihre Entsprechung z. B. im Ayurveda und Anwendung in vielen verschiedenen Bereichen, wie der Therapie, Beratung und Lehre. Sie erleichtert u. a. auch die homöopathische Anamnese.

 

Ihre Wurzeln reichen weit zurück, sowohl in der Medizin als auch in der Anthropologie.

 

Eines der ältesten Bücher über menschliche Wesenskunde überhaupt ist aus dem buddhistischen Schrifttum um ca. 300 v.Chr. und bereits Pythagoras von Samos (495 – 400 v.Chr.) hat seine Schüler bewusst nach physiognomischen Kriterien ausgewählt. Über ebensolche Kenntnisse von der menschlichen Natur und ihrem Zusammenhang mit dem äußeren Abbild des Menschen verfügten auch Sokrates (470 – 399 v.Chr.) und Platon (427 – 347 v.Chr.). Aristoteles (384 – 322 v.Chr.) fasste damals schon das gesamte zeitgenössische Wissen zu der Thematik in seinem Buch „Physiognomica“ zusammen.

 

In China wurde und wird die Lehre seit zigtausend Jahren unter dem Namen „Siang mien“, was soviel bedeutet wie Gesichter lesen, in Philosophie, Medizin und Wissenschaft angewandt.

  • Ziel

    • Verständigungshilfe für bewusste und unbewusste Äußerungen (hilft z. B. Kommunikationsprobleme zu vermeiden und seine Mitmenschen wieder oder besser wertzuschätzen).
    • Hilfe zur Selbsterkenntnis und zu neuer Achtsamkeit (wie kann ich meine eigenen Stärken/Schwächen anerkennen? Wo liegen meine Begabungen/Talente, aber auch meine Blockaden? Etc.)
    • Hilfe bei der Partner- und Berufswahl (welche Eigenschaften bringt mein Gegenüber mit sich? Warum ist mir der Mensch sympathisch/unsympathisch? Eigne ich mich für diesen Job? Etc.)
    • Hilfe zur allgemeinen Menschenkenntnis (Erweiterung des eigenen Horizonts) und Förderung von Verständnis und Bewusstsein für das Gegenüber

  • Folge

    • Wir werden klarer und toleranter in der Erkenntnis unseres eigenen Wesens und dem unserer Mitmenschen. Dem Pflegen von Vorurteilen und einem grundsätzlichen Schubladen-Denken kann damit ein Riegel vorgeschoben werden.
    • Die Lehre der Psychophysiognomik wirkt der Vereinfachung und Pauschalisierung entgegen. Sie lässt uns genauer hinsehen, statt uns spontan aus dem Bauch heraus Meinungen über unsere Mitmenschen zu bilden. Hier wird jeder Mensch als etwas Unteilbares, Einzigartiges und mehr als die Summe seiner Ausdruckszonen verstanden.
    • Wir erweitern unseren (manches Mal selbst durch eigene Scheuklappen be- bzw. eingeschränkten) Horizont und zeigen dadurch automatisch mehr Verständnis für unser Umfeld.